photo basel 2026
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In ihren ersten Jahrzehnten hatte Fotografie oft das Format eines Gegenstands, den man nah vor das Auge hält. Die Daguerreotypie, 1839 erstmals öffentlich vorgestellt, entstand auf einer versilberten Kupferplatte; jede Platte brachte ein unwiederholbares Bild hervor. Papiernegative und Abzüge veränderten bald, wie Fotografien ihren Weg durch die Welt fanden. Ein Foto konnte in ein Album gelangen, in ein Archiv, in eine Zeitung, in ein Buch, in eine Vitrine oder an eine Wand.
Im Laufe des 20. Jahrhunderts fand die Fotografie Eingang in Museumssammlungen, Kunsthochschulen, Magazine, private Sammlungen und Auktionshäuser. Große Formate veränderten ihr Verhältnis zum Raum. In den Arbeiten von Andreas Gursky, Thomas Ruff, Thomas Struth und Jeff Wall begann das fotografische Bild, die Maßstäbe von Architektur, Kino und Historienmalerei aufzunehmen, auf eigene Weise eine Wand zu besetzen und den Blick immer wieder in die Details zurückzuführen.
Vom 16. bis 21. Juni 2026 kehrt die photo basel ins Volkshaus Basel an der Rebgasse 12–14 zurück. Die elfte Ausgabe der Messe bringt mehr als 40 internationale Galerien, über 450 Werke und fast 170 Künstler:innen zusammen. Die Ausstellerliste 2026 umfasst 42 Aussteller und zeigt eine internationale Präsenz mit Galerien aus der Schweiz, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich, Belgien, Italien, Spanien, Portugal, Slowenien, Polen, der Ukraine, der Türkei, Südkorea, Japan, Argentinien, Peru und Monaco.
Die Messe ist der Fotografie und der fotografiebasierten Kunst gewidmet. Das Programm umfasst historische und zeitgenössische Arbeiten, klassische Präsentationen, neue Projekte, experimentelle Druckverfahren, Artist Talks, Podiumsgespräche, geführte Rundgänge und kuratierte Routen.
Das Programmsegment Beyond Photography widmet sich Arbeiten, in denen das fotografische Bild die Form von Objekten, skulpturalen Werken und Installationen annimmt. Susa Templin arbeitet mit Schichten, Fragmenten und räumlichen Konstruktionen; Ayo Banton nutzt Licht, florale Skulpturen, solarisierte Abzüge und Cyanotypie-Verfahren; Inka und Niclas übertragen Fragmente von Fotografien auf handgeformte Objekte, die mit Emulsion beschichtet sind.
Novum versammelt Arbeiten, die erstmals öffentlich gezeigt werden, entweder eigens für die photo basel entstanden oder zuvor noch nicht präsentiert.
Im Juni 2026 erscheint Fotografie im Volkshaus Basel als Abzug, Archiv, Wand, Bildschirm, Leuchtkasten, Emulsion und Objekt. Von der versilberten Kupferplatte des 19. Jahrhunderts bis zu einem Werk, das erstmals vor Publikum gezeigt wird, bleibt der grundlegende Vorgang bestehen: Licht hinterlässt eine Spur auf einer Oberfläche, und diese Oberfläche nimmt ihren Platz im Raum ein.





