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Marin Montagut: Die Kunst des Bewahrens

  • 10. Juni
  • 3 Min. Lesezeit

Ursprünglich erschienen im AH Magazine, International Issue No. 7.

Hier für Abonnentinnen und Abonnenten in einem mobilfreundlichen Format aufbereitet.


Photography: Gülben Gürler, AH Magazine
Photography: Gülben Gürler

Marin Montagut, Illustrator, Designer und Sammler, hat sich eine eigene Welt geschaffen, angesiedelt zwischen Flohmärkten, alten Werkstätten und den Straßen von Paris. Aufgewachsen zwischen Antiquitäten, geprägt von einer frühen Leidenschaft für das Zeichnen und von der Vertrautheit mit Objekten, die die Spuren der Zeit in sich tragen, hat er ein Werk entwickelt, das heute in seinen Büchern, Illustrationen und Kollektionen unter seinem eigenen Namen weiterlebt. In diesem Gespräch spricht er über die Dinge, die er auswählt, über das Paris, in dem er sich bewegt, und über Objekte, in denen Zeit sichtbar bleibt.


Marin Montagut©RomainRicard, AH magazine
Marin Montagut © RomainRicard

Erinnern Sie sich, wann Ihre Faszination für das Sammeln begann?

Da ich in einer Familie von Antiquitätenhändler:innen und Flohmarkthändler:innen aufgewachsen bin, gehörten alte Objekte von Anfang an zu meinem Alltag. Schon als Kind habe ich Porzellanminiaturen und Herbarien gesammelt. Jeder Anlass war willkommen, um eine neue Sammlung zu beginnen. Mit etwa 18 Jahren begann ich, regelmäßig Flohmärkte zu besuchen und gezielter antike Objekte zu sammeln.


Was zieht Sie zuerst an einem bestimmten Objekt an?

Alles – außer seinem Marktwert. Es ist zunächst seine Poesie, die mich anspricht, die Geschichte, die es erzählt, die Patina der Zeit. Das, was es zu etwas Einzigartigem macht.


Wodurch findet ein Objekt seinen Platz in den Räumen, in denen Sie leben und arbeiten?

Ich weiß nie im Voraus, wo ich ein neues Objekt platzieren werde, und eigentlich habe ich nie wirklich genügend Raum. Doch die Verbindung, die ich zu ihm aufbaue, lässt es immer seinen Platz unter den anderen finden.


Paris scheint tief in allem verwoben, was Sie tun. Wie prägt die Stadt Ihre Perspektive, Ihre Art zu sammeln und zu gestalten?

Ich bin mit 19 nach Paris gezogen, und es war Liebe auf den ersten Blick, wie im Film. Die Stadt steckt voller Geheimnisse, und ich entdecke sie immer wieder neu. Am Wochenende streife ich durch die Flohmärkte, unter der Woche durchquere ich sie mit dem Roller, entdecke weiterhin unbekannte Antiquitätenhändler oder treffe neue Kunsthandwerker:innen, mit denen ich gemeinsam Objekte entwickle.


Handwerk spielt eine zentrale Rolle in Ihrer Arbeit. Was bringt die Hand des Kunsthandwerkers in ein Objekt ein?

Sie verleiht ihm seine Einzigartigkeit. Hinter jeder Geste steht Zeit, dazu die handwerkliche Ausführung und die Sorgfalt im Detail. Jedes Objekt wird zu einem Einzelstück, das die Spur der Hand trägt, die es geformt hat – etwas, das Maschinen im Laufe der Zeit weitgehend verdrängt haben.


Boutique Marin Montagut, Photo: Romain Ricard


Wie finden Erinnerung und alltägliche Rituale ihren Weg in die Objekte, die Sie schaffen und bei sich behalten?

Die Geschichte von Objekten inspiriert mich dazu, Alltagsgegenstände mit einer poetischen Dimension zu gestalten. Früher nahm man sich mehr Zeit, um selbst einfache Gesten mit Schönheit zu erfüllen. Mich interessiert es, diesen Zugang wieder aufzugreifen und in die Gegenwart zu übertragen.


Gibt es ein Objekt, das im Laufe der Zeit eine besondere Bedeutung für Sie gewonnen hat, und können Sie uns seine Geschichte erzählen?

Meine Sammlung alter, anonymer Malerpaletten, nach denen ich seit etwa fünfzehn Jahren suche. Jede einzelne erzählt auf ihre Weise die Geschichte eines unbekannten Malers: durch ihre Farben, ihre Mischungen und die Spuren der Bewegungen, die sich auf ihrer Oberfläche erhalten haben.


Marin Montagut | WEB



Dieser Artikel ist Teil der Ausgabe Nr. 7 des AH Magazine.

Die vollständige digitale Ausgabe finden Sie in Ihrer privaten Digital Library.


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