ART PARIS 2026
- vor 7 Tagen
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Babel und Reparation im Grand Palais
Vom 9. bis 12. April 2026 findet Art Paris im Grand Palais statt. Zwei kuratorische Themen prägen diese Ausgabe: Babel und Reparation. Sie strukturieren Auswahl und Programm und geben der Messe eine klare Dramaturgie.
Babel: Art and Language in France vereint 22 Künstler:innen, die von Galerien der Messe präsentiert werden. Kuratiert von Loïc Le Gall richtet die Sektion den Blick auf künstlerische Positionen in Frankreich, die Sprache als Material und als Zeichensystem begreifen. Wörter erscheinen als visuelle Formen und als Strukturen, als Orte der Übersetzung, an denen sich Bedeutung durch Kontext, Medium und Zeit verschiebt. Text, Schrift, das Verhältnis von Bild und Schreiben sowie die Instabilität von Bedeutung in zeitgenössischen Formaten bilden das Fundament dieser Auswahl.

Reparation zeigt 20 internationale Künstler:innen, ebenfalls präsentiert von Galerien der Messe. Alexia Fabre versteht Reparation als aktives Feld der Gegenwartskunst, verbunden mit persönlichen und kollektiven Erzählungen, mit Fürsorge, Bewahren und dem Wiederaufbau von Kontinuität. In diesem Rahmen wird Reparation zu einer Geste, die Erfahrung, Erinnerung und Sinn miteinander verbindet.
Rund um diese Themen entfaltet sich Art Paris 2026 im Grand Palais mit rund 165 französischen und internationalen Galerien. Der Sektor Promesses vereint 27 Galerien, die seit weniger als zehn Jahren bestehen, und präsentiert insgesamt 56 Künstler:innen, darunter 31 Frauen. Das Format Solo Show umfasst 24 monografische Präsentationen, gedacht als konzentrierte Begegnung mit einem einzelnen Werkkomplex innerhalb der Messe.
Design kehrt ebenfalls in klar konturierter Form zurück, mit der French Design Art Edition auf den Balkonen an der Nordseite des Mittelschiffs. Rund 15 Aussteller:innen präsentieren Unikate und limitierte Editionen an der Schnittstelle von Design, Interieur und künstlerischer Praxis. Dazu gehört die FD100-Preisverleihung am 9. April 2026, die 100 Interior- und Designprojekte würdigt, welche die internationale Strahlkraft französischer Kreativität sichtbar machen.
Ein prägender Akzent entsteht durch die Präsenz der Pariser Stadtsammlung. Die Ville de Paris präsentiert den Fonds d’art contemporain, Paris Collections als öffentliche Sammlung innerhalb der Messe. Mit fast 23.400 Werken, vom späten 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart, öffnet diese Präsentation einen Dialog zwischen institutioneller Erinnerung und zeitgenössischer Praxis, mit besonderem Augenmerk auf historische Schichten und Fragen der Repräsentation in öffentlichen Sammlungen.
Babel und Reparation geben Art Paris 2026 eine klare Route durch die Messe, und der Grand Palais wird zum Ort, an dem sich Gegenwartskunst über Zeichen, Sprache, Erinnerung und die materielle Präsenz von Ideen entfaltet.



